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So wirken mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren bei chronischer Nierenerkrankung

Von chronischen Nierenerkrankungen sind weltweit etwa 700 Millionen Menschen betroffen. Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen haben unter anderem ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Der Verzehr von langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren ist bekannt dafür, verschiedene gesundheitliche Vorteile zu haben, zum Beispiel auf die kardiometabolische Gesundheit. Um einen möglichen Zusammenhang zwischen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und dem Auftreten chronischer Nierenerkrankungen zu bewerten, wurden 19 prospektive Studien mit gemessenen Omega-3-Fettsäuren-Biomarkern und dem Auftreten chronischer Nierenerkrankungen herangezogen.

In die primäre Endpunktanalyse wurden 25570 Probanden einbezogen. Im Verlauf der Nachbeobachtung entwickelten 4944 der Probanden nach median 11,3 Jahren eine chronische Nierenerkrankung. Eine multivariable Analyse zeigte, dass ein höherer Gesamtgehalt an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Meeresfrüchten mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen verbunden war. Teilte man die Teilnehmenden anhand ihres Levels an Omega-3-Fettsäuren in fünf Gruppen, hatten Probanden mit einem Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren im höchsten Fünftel ein um 13 % geringeres Risiko, an chronischer Nierenerkrankung zu erkranken als Teilnehmer im niedrigsten Fünftel. Der Gehalt an pflanzlicher α-Linolensäure war nicht mit dem Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen assoziiert. Ähnliche Ergebnisse zeigte eine Sensitivitätsanalyse.

Ein höherer Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aus Meeresfrüchten war mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen assoziiert. Somit könnten Omega-3-Fettsäuren aus Meeresfrüchten bei der Prävention chronischer Nierenerkrankungen eine positive Rolle spielen.

Ong KL, Marklund M, Huang L et al.
Association of omega 3 polyunsaturated fatty acids with incident chronic kidney disease: pooled analysis of 19 cohorts
BMJ 1/2023